Didaktisches Konzept

Möglichkeiten eines Lernlabors

Was darf vom Lernlabor Luzern erwartet werden? Erfüllen ganz generell Schüler/-innenlabore und naturwissenschaftliche Lernwerkstätten die hohen Erwartungen hinsichtlich Interessenförderung und Lernwirksamkeit?

Interesse fördern und erhalten

Eine Masterarbeit an der PH Luzern von Burch und Hess (2007) zum Unterrichtsthema «Moor» hat statistisch signifikante Hinweise dazu geliefert, dass ein ausserschulischer Lernanlass ein bestehendes Interesse von Schülerinnen und Schüler besser zu halten vermag als ein analoger Lernanlass im Schulzimmer. Pawek (2009) konnte in einer grösseren Studie nachweisen, dass Lernanlässe in Schüler/-innenlabors bei sehr vielen Lernenden sogar ein Interesse zu wecken vermögen, das im Laufe der nachfolgenden sechs bis acht Wochen nur geringfügig verblasst. Lernwerkstätten scheinen folglich einen Beitrag leisten zu können, das Interesse der Lernenden an den Naturwissenschaften zu fördern.

Wirksam lernen

Neben dem Anspruch der Interessenserhaltung bzw. -förderung an naturwissenschaftlichen Themen wird erwartet, dass sich naturwissenschaftliche Lernwerkstätten auch durch Lernwirksamkeit auszeichnen können. Als besonders lernwirksam erweisen sich Lernumgebungen, die konkrete Arbeitsanforderungen stellen, aber gleichzeitig die Autonomie der Lernenden fördern und ihnen Lernfortschritte bewusst machen (Wilde, 2004). Um mit einem Besuch in einer Lernwerkstatt auch langfristiges Lernen zu ermöglichen, ist die Einbindung in den Unterricht besonders bedeutend, sprich: gute Vor- und Nachbereitung (Carlson, 2008).

Das Lernlabor Luzern versucht diesen Ansprüchen der naturwissenschaftsdidaktischen Lernforschung gerecht zu werden.

Burch, M. & Hess, A. (2007). Ausserschulisches Lernen und Lernen im Schulzimmer im Vergleich. Masterarbeit, PH Luzern.

Carlson, S. (2008). Environmental Field Days: Recommendations for Best Practices. Applied Environmental Education & Communication 7(3), 94–105.

Pawek, C. (2009). Schülerlabore als interessefördernde außerschulische Lernumgebungen für Schülerinnen und Schüler aus der Mittel- und Oberstufe. Dissertation, Universität Kiel.

Wilde, M., Urhahne, D. & Klautke, S. (2003). Unterricht im Naturkundemuseum: Untersuchung über das richtige «Mass» an Instruktion. Zeitschrift für Didaktik der Naturwissenschaften 9, 125–134.