Portrait

Die Fachstelle für Didaktik ausserschulischer Lernorte stärkt die PH Luzern als Kompetenz- und Impulszentrum und unterstützt die Institution bei der Ausbildung von Lehrpersonen.

Sie verfolgt in ihrer Tätigkeit drei Aufgabenschwerpunkte:

Forschung

Die Fachstelle dokumentiert und reflektiert den aktuellen Forschungsstand und erweitert das didaktisch-methodische Wissen zum Lernen an Ausserschulischen Lernorten.

Lehre

Die Fachstelle unterstützt Dozierende der PH Luzern im Rahmen von Ausbildungsmodulen oder führt selbst Lehrveranstaltungen durch. Darüber hinaus sollen auch Lehrpersonen in der Praxis beraten und weitergebildet werden.

Entwicklung

Die Fachstelle erarbeitet Planungshilfen und unterstützt Studierende sowie Lehrpersonen bei der Umsetzung ausserschulischer Lernangebote.

Konzept der Fachstelle

Die FDAL besteht im Kern aus einem interdisziplinär zusammengesetzten Beirat (vorläufig aus den Disziplinen Naturwissenschafts-, Geschichts- und Geographiedidaktik) und einer Stellenleitung. Ihr Ziel besteht zunächst darin, das Lernen an außerschulischen Lernorten an der eigenen Institution zu stärken. Darüber hinaus möchte die Fachstelle ein breites Zielpublikum ansprechen: Studierende und Dozierende anderer Pädagogischer Hochschulen und Universitäten, Lehrpersonen aller Schulfächer und -stufen, Schulen, öffentliche Institutionen und private Unternehmen. Die FDAL sammelt, bündelt und dokumentiert systematisch bestehendes und neues Wissen zum Lernen an außerschulischen Lernorten und sorgt für dessen adressatengerechten und zielorientierten Transfer – interdisziplinär, stufenübergreifend, theoriebasiert und praxisorientiert. 

Mit folgenden Tätigkeiten bzw. Arbeitsschwerpunkten soll der eingeschlagene Weg fortgesetzt werden:

  • Die Fachstelle setzt sich dafür ein, dass das Lernen an Ausserschulischen Lernorten sowohl in der Ausbildung als auch in der Weiterbildung an der PH Luzern zu einem Schwerpunkt wird.
  • Die Fachstelle wirkt als Beratungsstelle für Studierende, die sich im Rahmen von Qualifikationsarbeiten mit der Thematik Ausserschulische Lernorte beschäftigen, aber auch für die Mitarbeitenden in Lehre und Forschung.
    → Bisher verfasste Qualifikationsarbeiten zum Thema finden Sie hier...
  • Die Fachstelle trägt zur Qualität didaktischer Materialien an institutionalisierten ausserschulischen Lernorten aller Art bei.
    → Beispiele solcher externer Kooperationen finden Sie hier...
  • Die Fachstelle leistet Lehrpersonen, die mit ihren Klassen ausserschulische Lernangebote umsetzen wollen, Hilfestellung.
  • Die Fachstelle unterstützt Schulen, kantonale Institutionen und Unternehmen bei der Organisation von Fortbildungen, Ausflügen, Teamevents etc.
  • Die Fachstelle dokumentiert und reflektiert den aktuellen Forschungsstand und leistet einen Beitrag zur wissenschaftlichen Diskussion in den Themenbereichen Lernen an Ausserschulischen Lernorten, fächerübergreifender Unterricht und überfachliche Kompetenzen.

Begriffsdefinition "Ausserschulische Lernorte"

Die Fachstelle für Didaktik Ausserschulischer Lernorte (FDAL) versteht den Begriff wie folgt:Orte ausserhalb des Schulhauses, an denen Personen jeglichen Alters im Rahmen formaler, non-formaler oder informeller Bildung lernen können. Konstitutiv für diese Lernorte ist die Möglichkeit der unmit-telbaren Begegnung mit einem Lerngegenstand und/oder Sachverhalt. Ausserschulisches Lernen findet statt, wenn solche Begegnungen – bewusst oder unbewusst – in den Lernprozess integriert sind und zu einem Kompetenzerwerb beitragen. Dies kann in originaler Begeg-nung geschehen, wenn der Lerngegenstand bzw. Sachverhalt in seiner ursprünglichen Situation eingebettet ist (Bachlauf, Nationalpark, Landwirtschaftsbetrieb, Kraftwerk, Denkmal etc.). Als Ausserschuli-sche Lernorte eignen sich auch Orte, an denen Lerngegenstände bzw. Sachverhalte dekontextualisiert und in künstlicher Umgebung vorlie-gen (Museen, historische Archive). Ausserschulische Lernorte lassen sich weiter nach dem Grad der methodisch-didaktischen Aufbereitung unterscheiden. Die Spannbreite reicht von fehlender Didaktisierung (bspw. Altstadt, Wirtschaftsbetrieb) bis zu Lernorten, die eigens für das Lernen geschaffen werden (Science Center, Lehrpfad, Lernlabor etc.). Nach diesem Begriffsverständnis eignen sich Ausserschulische Lernorte für alle Schulfächer und -stufen.

Pädagogisch-didaktische Überlegungen

In der empirischen Forschung finden sich zahlreiche Hinweise auf das beträchtliche Potenzial ausserschulischer Lernorte in Bezug auf die Verfolgung kognitiver und affektiver Lernziele.

Angesichts einer zunehmenden Virtualisierung von Lern- und Lebenswelt werden erfahrungs- und erlebnisorientierte Lernprozesse als bewusst gesetzte Gegenpole immer bedeutungsvoller. Die originale Begegnung mit Phänomenen, Sachverhalten und (Lern-)Gegenständen soll und kann einem drohenden Schwinden des Realitätsbezugs entgegenwirken

Der Gang hinaus aus dem Schulzimmer und hinein in die reale, gegenständliche Welt erhöht die Chancen, dass im Unterricht ein (direkter) inhaltlicher Bezug zur ausserschulischen Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler hergestellt werden kann.

Ausserhalb des Schulzimmers bieten sich vielfältige Möglichkeiten zur Umsetzung handlungs- und anwendungsorientierter Lernformen, die ihrerseits wesentlich zum Gelingen Kompetenz fördernden Unterrichts beitragen können.

Ein wesentliches Ziel Kompetenz fördernden Unterrichts besteht in der Förderung der Fähigkeit der Schülerinnen und Schülern zum Transfer des Gelernten in den Alltag. Hier liegt die Annahme nahe, dass ausserschulische Lernorte diesbezüglich u.a. aufgrund ihrer Nähe zur Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen besondere Chancen bieten. 

Vor dem Hintergrund der gegenwärtig in Schule, Wissenschaft und Gesellschaft zu beobachtenden Tendenzen in Richtung Interdisziplinarität erscheinen ausserschulische Lernorte geradezu prädestiniert dazu, die ganzheitliche Betrachtung von Lerngegenständen und Sachverhalten zu fördern, weil diese ‚in der Welt draussen’ – oft im Unterschied zum herkömmlichen Unterricht im Schulzimmer – zunächst einmal unstrukturiert und unreduziert vorliegen.